Sleepy Hollow, Episode 1

Inhalt: Sleepy Hollow Spoilers, Gewalt, Mord, Horror, Religion

Im letzten Artikel erwähnte ich, dass ich derzeit »Sleepy Hollow« schaue, eine recht neue TV Serie, die in den Staaten produziert wird. Ich habe nun zwei Episoden hinter mir und schon sehr viele und auch gemischte Eindrücke gesammelt.

Abby Mills ist Polizistin in Sleepy Hollow und verliert in der ersten Episode ihren väterlichen Freund und Partner bei der Polizei, Sheriff August Corbin. Sie sieht seinen Mörder, einen kopflosen Reiter auf einem weißen Pferd, davonjagen.

Sie begegnet Ichabod Crane, der in Zusammenhang mit Corbins Tod gebracht wird. Ichabod ist ein Zeitreisender, der vor 150 Jahren unter Washington kämpfte und auf einem Schlachtfeld eine fuchteinflößende Gestalt zu töten versuchte. Als Ichabod schon tödlich verletzt war, schafft er es, die Gestalt zu köpfen. Ihr Blut fließt zusammen.

Abby ist die einzige, die nicht sofort denkt, dass Ichabod nur faselt. Durch eine Erscheinung, die sie in ihrer Jugend gemeinsam mit ihrer Schwester erlebte, reagiert sie sensibler auf Ichabods Erzählungen. Gemeinsam gehen sie zu der Höhle in der Ichabod vor kurzem wieder auferstand und finden dort eine Bibel. In dieser ist der Teil in Offenbarung markiert, der sich um die vier Reiter der Apokalypse dreht. Der Reiter auf dem weißen Pferd, also der kopflose Mörder von August Corbin, ist der Tod, glaubt Ichabod.

Die Nacht darauf träumt er seiner Frau Katrina zu begegnen, die sich als Hexe herausstellt, die wegen Hexerei hingerichtet wurde. Sie teilt ihm mit, dass der Reiter seinen abgeschlagenen Kopf sucht, der wieder alle seine Macht herstellt um dann die Apokalypse fortzusetzen.

Ichabod und Abby stürzen los um den konservierten Kopf aus Katrinas Grab zu holen. Der Tod ist natürlich auch schon da. Und ein Kollege von Abby, Andy Brooks, der anscheinend für den Reiter arbeitet: Er versucht sie aufzuhalten. Ichabod und Abby finden den Kopf und können fliehen; der Reiter muss verschwinden, denn das aufkommende Tageslicht erträgt er nicht. Andy wird festgenommen und eingesperrt; im Raum erscheint ein Dämon, der ihn tötet. Mit verrenktem Kopf wird er von Abby und Ichabod gefunden. Im Raum ist ein Spiegel, in dem Abby eine dämonische Gestalt sieht. Es ist dieselbe Erscheinung, die sie damals in der Jugend sah.

Soviel zur ersten Episode. Jetzt zu den Personen: Abby Mills wird von einer Schwarzen Frau gespielt, Nicole Beharie, hurray, neben Scandals Kerry Washington die bislang einzig mir bekannte Schwarze Frau in einer Hauptrolle (mir fällt noch The Wire ein, aber das ist ja auch schon etwas älter). Sie ist aber nicht die Einzige. Ihr Boss und Vorsitzender Capt. Frank Irving wird gespielt von dem Schwarzen Schauspieler und Comedian Orlando Jones. Der Böse Andy Brooks wird gespielt von John Cho. Wir sehen, ein diverser Cast is a thing! In der ersten Episode wird das Thema Race v.a. durch den Charakter Ichabod Crane thematisiert, der als Weißer im Unabhängigkeitskrieg Schwarze Menschen noch als Sklaven kannte und deshalb verdutzte Fragen an Abby stellt.

Yeah … dieses verdutzt ist so ne Sache. Ich finde es nicht ganz glaubwürdig, wie Ichabod so mit dem Kulturschock der Gegenwart umgeht. Mal scheint er seine Umgebung nichtmal zu bemerken, mal stellt er wieder verwunderte Fragen. Ich frage mich warum er selber nicht daran zweifelt, dass es die Realität ist, in der er sich befindet. Er wirkt unglaublich naiv und aufrecht; ein Bild womöglich stark beeinflusst von dem US-amerikanischen Glauben an die eigenen Helden. Er gewöhnt sich sehr schnell an den Fakt, dass Schwarze Menschen im Gesetz nun gleichberechtigt sind und auch dass Abby eine Hose trägt.

Der Tod war meine Lieblingsgestalt. Bereits im letzten Artikel musste ich ein wenig darüber schwärmen, und auch jetzt wieder. Ich mag die Inszenierung der christlichen Offenbarungsgeschichte. Noch scheint mir aber ein Kontext zu fehlen. Wird es einen Antichristen geben, ein Tier? Welche weiteren Elemente aus der Apokalypse werden auftauchen?

Abby ist umgeben von Männern in dieser Serie; für Episode 1 fällt der Bechdel Test erstmal durch. Die Beziehungen der Charaktere untereinander waren bis jetzt recht klassisch.

Abby und ihr Chef = Chef knurrt Befehle, Abby widersetzt sich immer ein bisschen und kriegt noch n bisschen Ärger. Abby und ihr Kollege Andy Brooks bevor er sich als böse herausstellt: kollegial, aber es fehlt der Support für sie. Abby und Ichabod= Abby hin und hergerissen zwischen Ungläubigkeit und tatkräftiger Unterstützung. Dann die Beziehung zu ihrem Mentor, der von Tod geköpft wurde: Irgendwie habe ich manchmal den EIndruck, dass „starken Frauen“ in Serien immer irgendetwas Geliebtes genommen werden muss; oder bilde ich mir das ein? Bei Alias war es ihr Verlobter, der am Anfang sterben musste. Abby hat Corbin von der Erscheinung erzählt, die sie und ihre Schwester als Jugendliche gesehen haben, und am Ende der ersten Episode stellt sich dann heraus, dass Corbin ihr nicht nur geglaubt hatte, sondern sorgfältig Zeitungsartikel gesammelt hatte, in denen ähnliche Begegnungen berichtet wurden. Ich finde diesen Aspekt beeindruckend und freue mich darüber dass es hier eine Person gibt, die es bisher sehr gut mit Abby meint.

Und dann ist da noch Ichabods Frau. I don’t know. Ich meine, ich mag die Idee, dass sie ne Hexe ist. Aber … sie hat rote Haare und sie trägt so ein klassisches Gewand und gaaah so eindimensional … außerdem scheint sie in der klassischen Position der sich opfernden Gattin zu sein. Ich bin gespannt, wieviel über ihre Kräfte, Mächte und ihre Agency so im Laufe der Serie noch herauskommt.

Jo. Bis zum nächsten Mal.

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