Die Dinos und der Kommunismus

Die Dinos – Staffel 3 / Folge 05 „Der Fernsehkönig“

TriCeraCops:
Cop 1: »Polizei! Bleiben Sie bitte stehen!«
Cop 2: »Vorwärts!«
Krimineller: »Nein, bloß nicht schießen! Ich ergebe mich.«
Cop 1: »Wir werden dich nicht erschießen. Nein, wir werden dich umerziehen. Du bist nämlich nur das Abfallprodukt einer ökonomisch entwurzelten Klasse, mein Sohn. Du schlägst um dich, (»Ach.«) weil du dich machtlos fühlst und ungeliebt (»Ach.«), weißt du?«
Cop 2: »Die spätbürgerlichen Machtstrukturen haben euch nämlich alle entmündigt.«
Krimineller: »Ach?«
Cop 1: »Jaja.«
Krimineller: »Aber ich habe doch ein Auto geklemmt.«
Cop 1: »Genau gesehen, ist jedes Eigentum nichts weiter als Diebstahl.«
Krimineller: »Ach.«
(Cop 2 holt Tafel)
Cop 1: »Ich werd dir mal erklären, wie der arme Arbeiter um den von ihm geschaffenen Mehrwert geprellt wird.«

»Der Fernsehkönig« ist ein Fest des Kulturpessimismus. Ich mochte die Folge wegen ihrer absurden kleinen Szenen, nicht aber wegen der platten und darüber hinaus auch klassistischen Botschaft: »Fernsehen macht d*mm.«

Faszinierend an dieser oben beschriebenen Szene ist die Idee, dass Vertreter*innen institutioneller Kräfte, hier die Polizei, den d*mmen Kriminellen umerziehen und ihn sozusagen befreien – von oben. Diese Retter-Fantasie findet sich immerwieder im Kaderdenken einer linken Szene, die sich zu großen Teilen aus einer weißen, bürgerlichen Mittelschicht zusammensetzt. Sie findet sich in Organisationsstrukturen, die sich immer mehr nach außen abschotten und deren Teilnehmer*innen dabei wie zufällig den eh schon privilegierteren Teil der Gesellschaft darstellen. Sie findet sich im Glauben an die Universität und an das dort hierarchisch angeordnete Wissen.

»Ich werde mir das Wissen, das ich dort bekomme, subversiv aneignen« sage ich mir, wenn ich auf meinen neuen Campus laufe. Und murmele weiter das »Subversiv« während ich schon die erste Panikattacke bekomme.

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